Der ZDF-Skandal
Es ist (und war) beim Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen nicht unüblich, dass - vor Beginn der Recherche - eine These im Raum steht. Die Redaktion wünscht sich einem Film, der ihrer Sichtweise entspricht. Alles mehrfach bei TV-Magazinen erlebt. Wenn die Wirklichkeit dann anders ist, beginnt das ‘Problem’. Entweder es wird kein Film fertig gestellt. Oder die Recherche wird ‘passend’ gemacht. Irgendein Interviewpartner findet sich schon. Irgendwelche Filmschnipsel lassen sich sicher auftreiben.
Wie dies nun genau am 15. Februar 2026 bei dem Magazinbeitrag zur Rolle der US-Festnahme- und Abschiebebehörde ICE im ‘Heute Journal’ gewesen ist, wird die Zeit zeigen. Wer den Film in Auftrag gegeben, wer die zusätzlichen Filmsequenzen hineingeschnitten, welches Redaktionsmitglied den Beitrag inhaltlich ’abgenommen’ hat. Wie die Rolle der Moderatorin war. Denn - so bestätigen gewöhnlich gut informierte Kreise - die Person Dunja Hajali ist mittlerweile sendeintern sehr umstritten. Wesentlich dazu beigetragen hat ihre Anmoderation zu einem Beitrag über den ermordeten US-Aktivisten Charlie Kirk
im ‘Heute Journal’ am 11. September 2025.
Im Wortlaut:
”ZDF informiert über Aufarbeitung von Fehlern im "heute journal" vom 15. Februar 2026
Auslandskorrespondentin wird abberufen
Das ZDF hatte angekündigt, die Fehler im "heute journal" vom Sonntagabend konsequent aufzuarbeiten. Die Überprüfung kommt zu dem Schluss, dass die Verstöße gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards so schwer wiegen, dass die New York-Auslandskorrespondentin Nicola Albrecht mit sofortiger Wirkung abberufen wird.
Die Korrespondentin hatte für die Redaktionen "Mittagsmagazin" und "heute journal" über die Angst von Kindern unter anderem in New York vor den Festnahmen der amerikanischen ICE-Behörde berichtet. Der Beitrag für das "Mittagsmagazin" wurde am Freitag, 13. Februar 2026, gesendet und war nicht zu beanstanden. Dieser Bericht wurde von der Korrespondentin für das "heute journal" vom 15. Februar 2026 angepasst. In der neuen Fassung verwendete sie zwei Videoszenen aus dem Netz. Davon stammte eine Szene aus einem völlig anderen Kontext (Festnahme in Florida 2022), die andere Szene war KI-generiert.
Das KI-generierte Material hätte ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung gemäß der internen Regeln des ZDF zur Verwendung von KI-generiertem Material nicht verwendet werden dürfen. Eine nach journalistischen Standards erforderliche Überprüfung der anderen Videoszene und ihres Ursprungs ist nicht erfolgt. Der Schlussredaktion des "heute journals" hätte bei der Abnahme des Beitrags die KI-generierte Bildsequenz auffallen müssen.
ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten: "Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Es geht im Kern um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung. Wir erarbeiten zurzeit einen Maßnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden."
Quelle: https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/zdf-informiert-ueber-aufarbeitung-von-fehlern-im-heute-journal-vom-15-februar-2026
OAZ: Neue Zeitschrift für und aus dem Osten
Dreizig Jahre ist es her - da wurde in der Bundesrepublik die letzte überregionale Wochenzeitschrift gegründet. Der FOCUS hat sich seither gehalten. Nun gibt es einen neuen Versuch. Die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ).
Immer Freitags online. Samstag dann am Kiosk.
In der Erstausgabe u.a. ein lesenswertes Porträt des AfD-Parteichef Timo Chrupalla.
Ohne Schaum vor dem Mund geschrieben. Sehr wohltuend.
Spannend zu sehen, ob sich das Projekt hält.
Ob es einen Markt für diese Art von Berichterstattung gibt.
Ohne Vorurteile. Ohne die ideologische ‘Brandmauer’ im Kopf.
Was steht an?!
Club- und Konzert-Tipps für Berlin
24.02. 20:00 Columbiatheater:Wolfgang Haffner Trio (Jazz) 49e
24.02. 20:00 Gretchen: Millonario (Hip Hop) 40€
24.02. 20:00 Halle Am Ostbahnhof: MGK (Hip Hop, Alternative Rock)
24.02. 20:00 Hole44: Pogány Induló (Hip Hop) 45e
24.02. 20:00 Schokoladen: R.Y.F., Bleedingblackwood (Exp., Electro, Dark Pop) 13€
24.02. 20:00 Velodrom: Laufey, Alice Phoebe Lou (Bar-Jazz, Pop) 73e
24.02. 20:00 Zeiss Großplanetarium: Nadia Struiwigh, Katja Ruge (Ambient, Electro)
24.02. 21:00 Urban Spree: Wavves (Noise Rock) 26e
25.02. 20:00 Huxleys: Orbit (Electronics) 40e
25.02. 20:00 Neue Zukunft: A.A. Williams, Spotlights (Heavy Folk Rock, Goth) 29e
25.02. 20:00 Privatclub: The Southern River Band, Powder For Pigeons (Rock) 30e
25.02. 20:00 Schokoladen: Klang, Pinkpool (Punk)
25.02. 20:00 Studio1111, Potsdamer Str.96: Ben Lukas Boysen (Electro, Exp.) 25e
25.02. 20:00 So36: Lion's Law, The Chisel, Ultra Sect (Oi, Punk, Empfehlung) 30e
25.02. 21:00 Wild at Heart: Wasted Talent (Indie-Rock) 0€
A message to you
Gut gemachter, bildstarker Film über eine Band, die ihre Zeit prägte.
DOKUMENTARFILM
BLACK BLOCK -
Wie linke Militanz wirkt
Vermummt, verschwiegen, schwarz gekleidet: Wenn die Elbchaussee brennt, der 1. Mai in Berlin in Gewalt umschlägt, am Hambacher Forst Steine fliegen oder im Leipziger Umland Neonazis mit Hämmern angegriffen werden. Staatliche Behörden können die Militanten des 'Black Block' fast nie identifizieren. Ein Dokumentarfilm, der Einblicke gibt. In eine Szene, die eigentlich mit keinem redet.
Aktuell bei Amazon Prime Video und VIMEO zum Leihen/Kaufen.
(89 min, 2023, interpool.tv)
Vor zehn Jahren:
Der Hooligan-Überfall in Leipzig-Connewitz
Der 11. Januar 2016 in Leipzig. Während große Teile der linken Szene gegen eine Kundgebung des 'Pegida'-Ablegers 'Legida' in der Innenstadt protestieren, ziehen mehr als zweihundert Hooligans und Rechtsradikale durch den Szenebezirk Connewitz. Werfen Schaufenster ein - attackieren Bars, Geschäfte, Szeneläden. 215 Menschen werden von der Polizei vorläufig festgenommen. Mehrere Dutzend entkommen.
Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm 'Inside HogeSa - Von der Straße ins Parlament' (92 min, 2018, interpool.tv)
DOKUMENTARFILM
Inside HogeSa -
Von der Straße ins Parlament
(92 min, 2018, interpool.tv)
Köln, am letzten Oktobersonntag 2014. Tausende von muskelbepackten Männern, die unter dem Motto 'Hooligans gegen Salafisten' (HogeSa) durch die Kölner Innenstadt ziehen. Hooligans, Türsteher, Rocker, Rechtsradikale. Die Demonstration endet in Ausschreitungen am Hauptbahnhof. Tagelang bestimmen die Ereignisse von Köln, bestimmt das Bild vom umgekippten Polizeibus, die Schlagzeilen. Die Öffentlichkeit fragt sich seither: wie konnte dies passieren? Warum haben die Sicherheitsbehörden geschlafen?
In der Folgezeit dominieren - in Ost wie West - 'Pegida'-Demonstrationen das Straßenbild. Im Herbst 2017 schließlich zieht die AfD erstmals in den Deutschen Bundestag ein. Politikwissenschaftler und LKA-Ermittler sind sich einig: 'HogeSa' hat für diese Entwicklung den direkten Anstoß gegeben.
In 'Inside HogeSa - Von der Straße ins Parlament' begleiten wir die Protagonisten der Szene vier Jahre lang. Zum ersten Mal reden rechte Hooligans, 'Nationale Sozialisten' und 'Pegida'-Vertreter offen vor der Kamera. Ein 92-Minuten-langer Dokumentarfilm, der einen Einblick in eine Szene gibt, den es so vorher noch nicht gab. Der durchaus schockieren kann.
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Unsere besten Filme:
Die Warriors vom Wrangelkiez
Die Gegend rund um den Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg vor mehr als 20 Jahren.
Einer unserer ausgesprochenen Lieblingsfilme.
Ein-Kanal-Ton, 4:3-Format, richtig schöne 'Old School'.
Bei You Tube mittlerweile mehr als 1,5 Millionen Aufrufe. Zusätzlich zu den über drei Millionen Zuschauern, die das Werk im Juni 2002 bei zdf.reporter hatte.
Absoluter KULT-Film. Sehr zu empfehlen.
(10 min, 2002, ZDF.reporter)
Ausgewählte Videos
BLACK BLOCK - Der Trailer zum Dokumentarfilm
10. AUGUST 2023
BLACK BLOCK - “Freiheit entsteht als kämpfende Bewegung ….” (Filmausschnitt)
August 2023
BLACK BLOCK - 1. Mai in Berlin-Kreuzberg (Originalaufnahmen von 2001, Teil 2)
Mai 2025
‘Inside HogeSa’ - Der Trailer zum Dokumentarfilm
25. MAI 2018
‘Inside HogeSa’ - Wie alles begann (Filmanfang)
30. NOVEMBER 2018
‘Inside HogeSa’ - Der Hooligan-Überfall in Leipzig-Connewitz (Filmausschnitt)
21. AUGUST 2018
walls - fence and sanddunes (Filmausschnitt)
APRIL 2011
walls - the belfast bonfire (Filmausschnitt)
JULI 2007
walls - a photographer between the lines (Trailer)
JULI 2013
27.11.2025 Kommentar
Klare Kante:
Wenn rechts-konservative Medien investigativen Journalismus ‘kapern’
„Was sie euphorisiert, ist aber etwas anderes: dass es ihnen zum ersten Mal gelungen ist, durch Investigativjournalismus einen Missstand aufgedeckt und die Traditionsmedien gezwungen zu haben, den Fall aufzunehmen und sie damit ernst zu nehmen. Die alternativen Medien haben ihre Sonderblase verlassen und zeigen Wirkung in der Berliner Republik."
Quelle: DIE ZEIT, Wolfram Weimer - Mann über Bord? 25.11.2025
Journalisten, die kritisch berichten. Der Regierung auf die Finger schauen, die Macht kontrollieren. Während noch vor einigen Jahren solche Stories vom SPIEGEL kamen, sich Öffentlich-Rechtliche Polit-Magazine hier profilierten, hat sich dies mittlerweile weitesgehend erledigt.
Sie klappern - wenn überhaupt - dann Tage später nach. Wenn es nicht mehr anders geht, der Druck zu groß geworden ist. So auch im 'Fall Weimer'. Angestossen vom kleinen Internet-Magazin 'Apollo News', brauchte es ein paar Tage ehe die ARD-Tagesschau und das ZDF-Heute dieses Thema entdeckten. Es ist nicht der erste Scoop sogenannter 'Alternativmedien', die sich selbst im eher rechts-konservativen Umfeld verorten.
Da waren die Enthüllungen zu den Auszählungspannen bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl im September 2021, die unter dem Dach von 'Tichys Einblick' liefen. Die Berichterstattung im 'Cicero' zu den Absonderlichkeiten beim Atomausstieg im damaligen Habeck-Ministerium. Woraus immerhin ein Untersuchungsausschuss auf Bundesebene resultierte. Jetzt 'Apollo News' mit der Story zum Kulturstaatsminister. Einem Intimus des Bundeskanzlers.
So muss investigativer Journalismus sein: immer schön in die wunden Stellen drücken. Am Ende hat man dann - wenn es gut läuft - einen 'Scalp' in der Hand. War bei Kurt Biedenkopf, Karl-Theodor zu Guttenberg oder Christian Wulff auch nicht anders. (Fred Kowasch)
Informationen zum Betreiber der Webseite
Fred Kowasch, geboren 1965 in Zwenkau. Besuch der Sportschule (Leichtathletik), Lehre als Tischler, Abitur auf der Abendschule. In den 80er Jahren Mitarbeit in DDR-Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen. Jobs als Paketpacker, Tellerwäscher, Hausmeister und Barkeeper.
Ab Oktober 1989 Studium der Publizistik, Neuere Geschichte und Politik an der Freien Universität Berlin. 1997 Abschluß als Magister Artium (M.A.). Vor und während des Studiums Reporter bei Radio 100 (u.a. 'Radio Glasnost') und Radio 4U (SFB). 1991 bis 1993 Ausbildung an der Münchener und Berliner Journalistenschule.
Danach mehrere Jahre als Autor und Reporter bei ARD und ZDF. Zunächst beim "ZDF-Morgenmagazin" (1992 - 1995), dann bei den Politikmagazinen "Kennzeichen D" und "Kontraste".
Im Mai 1997 - zusammen mit Axel Zawierucha und Andreas Weise - Gründung der Filmproduktionsfirma Interpool.tv . Beiträge für das “ZDF-Morgenmagazin”, “arte-Reportage”, “ARD-Exclusiv”, "Monitor", “Fakt” und "Frontal 21".
Später dann Filme für die Sendungen "zdf.reporter" und "ZDF-reportage".
Anschließend mehrere Jahre Beschäftigung mit dem Schwerpunkt 'Sportbetrug'. Für die investigative WDR-Sendung “Sport inside” und die “ARD-Sportschau” (2007 bis 2017) mehr als 50 Filme produziert. “Sport inside” wird in dieser Zeit viermal für den Deutschen Fernsehpreis nominiert (2013 ausgezeichnet). Außerdem wird die Sendung 2009 und 2017 für den Grimme-Preis vorgeschlagen.
Fred Kowasch hat 2004 die Doku 'two days with arafat' (32 min) und 2007 den Film 'g8-protest' (43 min) realisiert. 'walls - a photographer between the lines' (86 min, 2013) war sein erster abendfüllender Dokumentarfilm.
Im Mai 2018 hat er die 92 Minuten lange Doku
'Inside HogeSa' - Von der Straße ins Parlament fertig gestellt. Sie ist über Amazon Prime Video und VIMEO erhältlich. Mittlerweile wurde die Doku mehr als 3.500 mal im Netz geliehen/gekauft.
Die zweieinhalb Stunden lange Musik-Doku 'Heldenstadt Anders' - Der Festival Film hatte am 17. Januar 2020 im Leipziger UT Connewitz Premiere. Sie kann - for Free - über VIMEO angesehen werden.
Im August 2023 ist sein vierter langer Dokumentarfilm BLACK BLOCK - Wie linke Militanz wirkt (89 min) erschienen. Die Kinopremiere fand am 19. Januar 2024 statt und war zweimal AUSVERKAUFT. Auch dieses Werk ist über Amazon Prime Video und VIMEO zu erwerben.
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