Buch-Empfehlung:
Bevor wir in die Wälder gingen

Wer schon mal bei einer Revolte mitgemischt, einen Aufstand gar angezettelt hat, kann sich vorstellen, was für ein Kribbeln dass ist ….
Wie intensiv. Wie aufrichtig. Wie schön.

Der Roman von Hans Waal kommt gerade zur richtigen Zeit.
Direkt, schonungslos, unerbittlich.

Er räumt auf mit dem Mythos, der ach so friedlichen ‘Revolution’ von ‘89.
Und er zeigt einen Weg, wie es heute laufen könnte ….

Das Buch gibt es auf Amazon. Und im Selbstverlag des Autoren.
Kaufen! So lange es noch zu haben ist.

Buch-Empfehlung:
Mit beiden Händen den Himmel stützen

Westberlin. In den 80er Jahren. Wer dort gelebt hat (wie der Autor dieser Zeilen ‘89 für ein paar Monate) - wird vieles wieder erkennen. Männer in viel zu engen Lederhosen, der ständige Geruch von Hasch an allen Ecken, eine fast schon aufreizende Lässigkeit vom Leben in den Tag.

Kneipen, überall. Indie-Diskos und Billiardsalons auch. Demos mit einem - mir bis dato unbekannten - Frauenblock. Die gelben U-Bahn-Waggons der Linie 1, die langsam entlang dreckiger Fassaden durch Kreuzberg 36 rumpelt. Das Prinzenbad, in dass man auch mal Nachts einstieg.

In dieser Zeit spielt der Roman ‘Mit beiden Händen den Himmel stürzen’ von Lillie Tolkien. Ein Erstlingswerk. Ein Volltreffer. Ein Spachgenuss.

Mehrere Jahre ist es her, dass ich ein Buch in derart kurzer Zeit verschlungen habe. Eine ähnliche Sucht entwickelte ich damals bei ‘Begrabt mein Herz am Heinrichplatz’ von Sebastian Lotzer und ‘Rum Diary’ von Hunter S. Thomson. Beides Legenden, die ich nur empfehlen kann.

Tolkiens Buch wirkt autobiographisch. Ist es wohl auch. Wie kann man sonst so detailreich und anschaulich vom Leben hinter den Mauern einer WG erzählen. In der nur Männer wohnen. Die Frauen ein- und aus gehen.

Hier kreist fast ständig der Joint. Wird auf das System geschimpft. Um von ihm dann - völlig ungeniert - Geld entgegenzunehmen. Und sei es durch das Jugendamt.

In dieser Umgebung wächst Lale auf. Kann Fernsehen sehen was und wie lange sie will, Süßes essen bis zum Erbrechen, im gebrauchten Wasser baden. Und manchmal ist einer der ‘Onkels’ auch besonders lieb zu ihr.

Lillie Tolkien beschreibt dies alles bis zur Schmerzgrenze. Und weit darüber hinaus. Den Verfall durch Drogen, den Tod nächster Angehöriger. Das Erwachsen werden im ständigen - emotionalen - Ausnahmezustand.

Sprachlich brilliant beschrieben. Ein Buch, dass man lesen sollte.

+ OXO 86 + Editors + Franks Ferdinand + Open Air Festivals 2026 + Blechreiz + Schleimkeim + The Cure + Open Air Festivals 2026 + Materia + Kraftclub + Feine Sahne Fischfilet + Open Air Festivals 2026

+ OXO 86 + Editors + Franks Ferdinand + Open Air Festivals 2026 + Blechreiz + Schleimkeim + The Cure + Open Air Festivals 2026 + Materia + Kraftclub + Feine Sahne Fischfilet + Open Air Festivals 2026

5./6./7.Juni (sold out)
Rock am Ring - Nürburgring
rock-am-ring.com

(Linkin Park, Limp Bizkit, Iron Maiden)

18./19./20. Juni
This is Ska - Wasserburg, Roßlau
this-is-ska.de
(Oxo 86, The Butlers, Blechreiz)

19./20./21.Juni 
Pinkpop - Megaland, Landgraf
pinkpop.nl
(Twenty One Pilots, Editors, Franz Ferdinand, The Cure, Foo Fighters)

19./20./21.Juni 
Hurricane - Scheesel
hurricane.de (Kraftclub, The Offspring, Twenty One Pilots, Billy Talent, Clueso)

3./4./5.Juli  
Summerjam - Fühlinger See, Köln
summerjam.de

18./19.Juli
Lollapaloozade - Olympiastadion, Berlin
lollapaloozade.com
(Pitbull, Anitta, Zartmann)

16./17./18.Juli 
Back To Future - Glaubitz/Riesa
back-to-future.com
(Schleimkeim, Die Verlierer, Acht Eimer Hühnerherzen)

7./8./9.August
SonneMondSterne- Saalburg
sonnemondsterne.de/

14./15./16.August
Highfield, Störmthaler See, Leipzig
highfield.de/ (Beatsteaks, Materia, Kraftclub, Zartmann, Feine Sahne Fischfilet)

Ostpunk!
Too Much Future




“Die Idee zu "too much future", einem Dokumentarfilm über Punk in der 
DDR, ergab sich zwangsläufig. Zum einen waren wir Teil der 
DDR-Punkszene, zum anderen gab es bis dahin nichts im Kino-Format,

was diese/unsere Geschichte authentisch wiedergegeben hätte. Die 
einschlägigen Werke zum Thema blieben uns nicht verborgen und 
hinterließen ihre Wirkung. 

Die Punkszene z.B. New Yorks war sicher grundverschieden von der 
Ostberlins. Doch in der subkulturellen Szene Ostberlins Ende der 
siebziger, Anfang der achtziger Jahre fanden sich Verwirrungen und 
Dramen, die ebenso auf gebrochene Biografien hinausliefen wie überall 
dort, wo junge Leute einen absoluten Weg wählen. In allen Filmen und 
Büchern zum Thema Punk in Westeuropa, wie auch Westdeutschlands, bleibt die Geschichte von Punk in Ostdeutschland im Dunkeln und somit 
Subkultur. Diesen Mangel nahmen wir persönlich. Auf die allgemeine 
Unwissenheit zum Thema Punk in der DDR wollten wir reagieren. Daraus 
resultierte nun ein Tatendrang, dessen Ursache in einem Unwillen 
gegenüber diesem Desinteresse lag. Neben anderen Veröffentlichungen gab es 2005 in Berlin eine umfangreiche Ausstellung, die dem Film 
"ostPUNK!/too much future" vorausging. 

Punk im Osten war so vielfältig wie Punk im Westen. Die Anfänge waren 
ein Experiment und spannend. Einige Geschichten, die während unserer 
Recherchen zu Tage kamen, waren kaum fassbar. Sie lieferten den Anlass, tiefer nachzuforschen und dieses wenig belichtete Kapitel ostdeutscher Geschichte ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Punk im Osten war das Kind einer Mangelgesellschaft und lehnte sich auf gegen eine "Diktatur des Proletariats". Er war Ausdruck jugendlichen Leicht- und Frohsinns, unterstützt durch den Mut zum Dilettantismus. Es existierte kein kultureller Gegenentwurf, sondern ein lustvolles Dagegen-Sein. Aber der sozialistische Staat kannte keinen Spaß und drangsalierte und verfolgte die Punks, sperrte sie erst aus und dann nicht selten ein. 

Die Punkgeschichte der DDR ist deshalb einmalig, weil der Staat und sein 
verlängerter Arm, das Ministerium für Staatssicherheit, 
unverhältnismäßig und massiv gegen diesen Ausbruchsversuch vorgingen. Daraus resultieren die unterschiedlichsten Biografien, sie sind voller dramatischer Wendungen und es gibt in ihnen die unglaublichsten Vorfälle. Auf der Suche nach geeigneten Protagonisten für unseren Film 
haben wir im Vorfeld mit vielen Ex- und Noch-Punks gesprochen. Auf 
einige wenige mussten wir uns schließlich konzentrieren. Maximal vier 
sollten es werden, diese sollten exemplarisch für die Szene und dennoch 
für sich selbst stehen. 

Am Ende haben wir zwei Frauen und vier Männer interviewt, weniger an 
geballter Aussagekraft zu zeigen war nicht möglich. Gelebt haben sie in 
Berlin, Leipzig und Dresden. Sie erzählen von unterschiedlichen 
Lebensentwürfen, zeigen Lebensläufe mit Brüchen, deren Gemeinsamkeit der Schnittpunkt Punk ist, und mussten sich mit der Freiheitsberaubung durch den Staat DDR auseinandersetzen. Diese erfuhren einige von ihnen nicht erst im Knast, sondern jeder Einzelne erlebte sie durch die Mauer. 
Gemeinsam ist den Porträtierten, dass sie den Mut hatten, ihre Wut 
öffentlich zu machen. Sie hatten nicht vor, das System schleichend zu 
unterwandern. Einige drückten sich aus durch Malerei oder gründeten 
Punkbands, andere wiederum realisierten Super-8-Filme. Nicht weniger 
interessant, und im Film zu sehen, ist, wo die Protagonisten des Films 
heute stehen. Mit ihren Lebensentwürfen, in ihrem Beruf, mit ihren 
politischen Meinungen und ihrem Punk. 

"ostPUNK!/too much future" ist der Versuch, dieses komplexe Thema in 90 
Minuten zu beleuchten. Dabei geht es nicht um Bildungsfernsehen, 
sondern, dem Gegenstand des Films entsprechend, um Vitalität und 
Unterhaltung. Der glückliche Umstand, mit 
Neue Visionen einen 
engagierten Verleih gefunden zu haben, sorgt dafür, dass der Film im 
Spätsommer 2007 in den deutschen Kinos startet und endlich diesen Teil 
deutscher Subkultur sichtbar macht.”

(Michael Boehlke in OX#72, Juni/Juli 07)

Quelle: http://www.toomuchfuture.de/tmf/deutsch/php/dokumentarfilm.php

(DOKUMENTARFILM, 90 min, 2006)

Buch-Empfehlung: 'Tanz den Kommunismus’ - Punk-Bands in der DDR

Eine sehr persönliche Rezenssion

"Zu eurem Gericke-Buch: ich finde es sehr gelungen. Lese es jetzt eifrig. Und will dazu auch gern eine Rezension schreiben. Auch weil ich die Szene selbst erlebt habe.

Als 'Peacer' 1981 ein Wutanfallkonzert in der Leipziger Michaeliskirche. In Imads damaliger Wohnung mit ein paar Leuten Theater probte. Später war ich mit Perry (dem kurzzeitigen Sänger von l'attentat) befreundet. Imad - was für eine Drecksau.

Wie ich im Nachhinein erfuhr, hatte er den Leuten vom MfS mal von einer Lesung in meiner besetzten Wohnung in der Lindenauer Henricistrasse (HPC - Henrici Punk Club) berichtet. Da waren knapp 50 Leute da, es gab Bockbier und ich hielt einen Vortrag über ein DDR-Buch mit dem Titel "Anarchismus, Terrorismus, Linksradikalismus".

Ende '86 habe ich mich dann von der Szene entfernt. Sie waren mir einfach zu versoffen, zu unpolitisch. Ich wollte die direkte Konfrontation mit dem Staat, sah mich selbst als Autonomer. Habe dann auch mehrfach mich mit der FDJ-Ordnungsgruppe angelegt. Oft eine blutige Nase geholt. Anyway.

Ich finde Gericke schreibt wirklich gut. Sehr eigen. Sehr wortreich, witzig, kenntnisreich. Nicht abgehoben. Manchmal etwas schwer zu lesen. Vor allem wenn man den Alltag in der DDR nicht kennt."

Aus einer E-Mail an den 'Verbrecher Verlag'. Der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat. Und der von 1998 bis 2003 in der Rosenthaler Strasse 39 in Berlin-Mitte mein - geschätzter - Untermieter gewesen ist. Kauft euch das Buch.

Es ist - manchmal - zwar etwas kleinteilig. Nicht jede erwähnte Band hatte auch einen Gig. Und Ost-Berlin nicht der Nabel der Welt. Doch wie der Autor dreckige Spitzel rupft, über Feeling B (die Vorgängerband von Rammstein) ablästert und Biermann, Wolf zur Sau macht, ist wirklich lesenswert.

Heldenstadt Anders

Drei Tage AUSVERKAUFT. Unzählige Biers, Umarmungen. Tränen der Freude, Pogo, gute Laune. Dazu Bands, die mehr als drei Jahrzehnte nicht mehr zusammen auf der Bühne gestanden haben. Punk, NDW, Noice, Heavy Metal .... Dass Leipziger 'Heldenstadt Anders Festival' im Leipziger UT Connewitz war ein voller Erfolg! Die - mehr als zweistündige - Doku zeigt Ausschnitte aller Auftritte. Sie blickt auch hinter die Kulissen dieses einmaligen Ereignisses aus dem September 2019. 

Line Up (Tag 1):
HerT.Z., Kulturwille, Mad Affaire, Die Zucht

Line Up (Tag 2):
The Huck, 0815, Dilletannten feat. Karl Heinz, Gelee Royal, Der Schwarze Kanal, Pfft...Projekt KNPL

Line Up (Tag 3):
Schmerzgrenze, The Real Deal, Trübkraft Umsonst, Unklar, Zorn, Neu Rot, Confused Trail 

Aktuell zu sehen auf
VIMEO. Auch zum DOWNLOAD.

Musik-Klassiker:
Overground
Siouxsie and the Banshees



Got to give up life in this netherworld
Got to go up to where the air is stale
And live a life of pleasantries
Mingle in the modern families

Overground from abnormality
Overboard for identity
Overground for normality
Overboard for identity

This limbo is no place
To be a digit in another space
In another crowd
I′m nameless bound

Overground from abnormality
Overboard for identity
Overground for normality
Overboard for identity

Overground, I'll be worse than me
Overground, it's clear to me
Overground, I'll be worse than me
Overground, it's clear to me
It's clear to me
Overground
Overground
I'll be worse than me
I'll be worse than meegendärer Song.

Musik-Klassiker:
Black is Black
Amy Winehouse

He left no time to regret
Kept his dick wet with his same old safe bet
Me and my head high
And my tears dry, get on without my guy

You, you went back to what you knew
So far removed from all that we went through
And I tread a troubled track
My odds are stacked and I′ll go back to black

We only said goodbye with words
Yeah, I died a hundred times
You go back to her and I go back to
I go back to us

I, I love you but it's not enough
You love blow and I love puff
Is it life a pipe?
And I′m a tiny penny rolling up the walls inside

We only said goodbye with words
I died a hundred times
You go back to her
And I go back to

We only said goodbye with words
I died a hundred times
You go back to her
And I go back to

Black, black, black, black
Black, black, black
I go back to
I go back to

We only said goodbye with words
I died a hundred times
You go back to her
And I, ooh, died

We only said goodbye with words
I died a hundred times
You go back to her
And I go back to black

Musik-Klassiker:
Embarressment
Madness

Received a letter just the other day
Don't seem they wanna know you no more
They've laid it down given you their score
Within the first two lines it bluntly read

You're not to come and see us no more
Keep away from our door
Don't come 'round here no more
What on earth did you do that for?

Our aunt, she don't wanna know she says
"What will the neighbors think, they'll think
We don't, that's what they'll think, we don't"
But I will, 'cause I know they think I don't

Our uncle he don't wanna know he says
"We are a disgrace to the human race", he says
"How can you show your face
When you're a disgrace to the human race?"

No commitment, you're an embarrassment
Yes, an embarrassment, a living endorsement
The intention that you have booked
Was an intention that was overlooked

They say, "Stay away
Don't want you home today
Keep away from our door
Don't come 'round here no more"

Our dad, don't wanna know he says
"This is a serious matter
Too late to reconsider
No one's gonna wanna know ya"

Our mum, she don't wanna know, she says
"I'm feelin' twice as old", she says
"Thought she had a head on her shoulder
'Cause I'm feelin' twice as older
I'm feelin' twice as older"

You're an embarrassment