French Open 2026
Tag 12
Mit 6:1 und 6:3 gewann im ersten Halbfinale der Frauen heute die Russin Mirra Andreeva gegen Marta Kostyuk aus der Ukraine. Danach kein Handshake am Netz. Albern. Als ob die Sportlerinnen für den Krieg verantwortlich sind. Im zweiten Halbfinale schlug die Polin Maja Chwalinska Diana Snaider 7:6, 6:4. Die polnische Qualifikation steht - völlig überraschend - im Finale der French Open. Was am Samstag Nachmittag ausgespielt wird.
Bei den Männern steigt das erste Halbfinale am Freitag.
Alexander Zverev trifft auf Jakub Mensik. LIVE ab 14:30 Uhr bei Eurosport.
Meine Lieblingsradstrecke:
Entlang der Wupper nach Schloss Burg
Eine der schönsten Mountainbikestrecken im erweiterten Rheinland. Vor allem: noch kaum bekannt. Los gehts von Düsseldorf (Unterbacher See), Hilden (Stadtwald), Solingen (Ohligser Heide) immer nach Süden links der A3 entlang. Auf dem Weg liegt ein verwunschenes Wasserschloss, eine der schönsten Kirchen hier in der Gegend und jede Menge Pferdekoppeln. Der beste Einstieg 'in die Wupper' ist direkt am 'Gut Nesselrath' bei Haasenmühle. Ein paar Kilometer geht es flussaufwärts auf der rechten Seite (erst auf Asphalt- dann auf Waldwegen) entlang bis zu Haus Fähr. Wer es sich zutraut, kann gern mal den bis zu 19prozentigen Aufstieg nach Grünscheid versuchen. Es wird - garantiert - unvergesslich
Man kann die Anstrengung aber auch lassen und am linken Wupperufer flussaufwärts weiterfahren. Auf der durchaus welligen Strecke geht es über Rüden, den Wupperhof und Balkhausen entspannt nach Glüder. Hier (und beim Wupperhof) wird der legendären Kurs der Radweltmeisterschaft von 1954 gequert. Die Profis mussten damals 32 mal Anstiege von insgesamt 5000 Höhenmetern bewältigen. Von 71 gestarteten Berufsradfahrern kamen bei Dauerregen und Kälte nach 240 Kilometer nur 22 von ihnen ins Ziel.
Anyway. Bei Glüder hinter dem Campingparkplatz kann man den Weg über die neugebaute Brücke Strohn (am Tierheim) nehmen. Oder weiterhin links der Wupper bleiben. Hier nicht ganz so auf dem schmalen Weg bergauf rasen, beim Weg abwärts ruhig auch mal kurz absteigen. Da hier auch schon Leute in Richtung Wupper abgestürzt sind.
Nach ein paar Kilometern dann taucht 'Schloss Burg' auf. Die einen nehmen hier die Seilbahn, andere bewältigen die 100 Höhenmeter mit dem Rad. Besonders im Sommer ist hier ein herrlichen Sonnenuntergang zu erleben. Wem es immer noch nicht reicht, kann gern noch zur 'Müngstener Brücke' fahren. Die Schienenverbindung zwischen Solingen und Remscheid ist mit 102 Metern die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands.
Im Selbsttest: Irgendwann kamen die Inliner
Rund um Eschborn/Frankfurt
Sonntag Morgen, acht Grad. Sonnig, mit 60 kmh Böen aus Richtung Nord. Auf einem Parkplatz an einem grossen Möbelhaus, heißt es Warten auf den Start. Vergessen ist die Pasta-'Party' vom Vorabend. Verkochte, gemacksneutrale Teigwaren - die rote Tomatensosse musste man zusammenkratzen. Käse, Gewürze? Fehlanzeige.
Jetzt aber hoffe ich, dass meine vordere Schaltung geht. Das ganze Rennen auf dem grossen Kettenblatt schaffe auch ich nicht. Zum Glück abseits noch einen Fahrradmechaniker eines Profiteams gefunden, der beruhigte und weiterhalf. "Das kann schon mal klemmen". Im Orgazentrum des Jedermannrennens vorher nur Kopfschütteln. "Mechaniker? Gibs hier nicht."Und dass obwohl es in der Ausschreibung eigentlich angekündigt war. Für 50 Euros kann man eigentlich mehr erwarten.
Egal. Das Rennen steigt und wir rollen Richtung Stadtautobahn. Ein paar Kilometer - leicht bergauf. Das perfekte Terrain zum Einrollen! Die Sonne scheint, in ein paar Stunden soll es wärmer werden. Dann geht es - mit Rückenwind und gut 50 Sachen - bergab in Richtung Frankfurt. Sehr gut, dass die Schaltung wieder geht. Gerade noch rechtzeitig! Die Bankenmetropole ist so gut wie menschenleer, die Strecke perfekt abgesperrt. Plötzlich hupt ein Polizeimotorrad von hinten. Wer kommt denn jetzt?
Es ist die Spitze des Inlineskaterrennens, das wohl kurz nach uns gestartet worden sein muß. Das ist jetzt wohl nicht der Ernst der Organisatoren?! Zwei Wettkämpfe in einem, die Unfallgefahr potenziert sich. Das hängt auch damit zusammen, dass einige Skater den Windschatten suchen, sich regelrecht an ein Hinterrad klemmen. Kurze Zeit später wirbeln dann - 200 Meter vor mir - ein paar Skater durch die Luft und wie zu einem Knäudel zusammen.
Mittlerweile sind wir raus aus Frankfurt, radeln dem Taunus entgegen. Zwischen Kilometer 25 und 35 geht es nur berghoch. Der Wind bläst kräftig ins Gesicht. Irgendwann frage ich einen, wie viele Anstiege es denn noch gibt. "Das ist der Vorletzte! Da kommt nur noch einer ...."
Ich bedanke mich artig und lasse ihn am Berg stehen. Die Woche Mallorca-Training hat sich hier schon bezahlt gemacht.
Und: meine Lieblings-Passage kommt erst noch. Sieben Kilometer Schußfahrt bis ins Ziel. Das mit Rückenwind, auf dem grossen Kettenblatt. Ein Traum!
Auf dem Parkplatz des Möbelhauses angekommen, gibt es dann die schönsten Medaillen meines bisherigen Lebens als Freizeitsportler. Dazu Müsliriegel, Bananen und Kuchen satt. Und Mineralwasser, dass endlich mal schmeckt. Leere Gartenstühle stehen auch rum, wenngleich sie lose angeschlossen sind. Perfet! (01.05.2016)
Im Selbsttest: Im Nacken der Besenwagen
Rund um Köln
Rund um Köln ist bekannt dafür, dass es im Bergischen Land hoch und runter geht. Deshalb ist das Tempolimit von 25 km/h für die 69 km (bei 460 Höhenmetern) und 28 km/h für die 127 Km (bei 1370 HM) durchaus sportlich.
Nach dem Start gehts es erst einmal flach am Rhein entlang, dann über die Mühlheimer Brücke ab ins Bergische Land. Bis zum ersten Anstieg bei Kilometer 22 (hinter Odental) kann man so schön den Schnitt hochhalten. Dann warten 160 Höhenmeter. Am Anfang durchaus knackig, kann dies den Kilometerschnitt von über 30 durchaus ordentlich nach unten treiben. Wer dann noch das 'Glück' hatte, vom Beginn an in der letzten Startgruppe zu fahren, spürt ihn schon im Nacken: den legendären Besenwagen. Ich sage euch: es ist kein schönes Gefühl ....
"Der Besenwagen ist heute aber schnell" rufe ich während der Abfahrt zu einem Radfahrer neben mir. "Wundert mich auch" schreit der zurück. Da hat uns die Wagenkolonne schon überholt. Trotzdem: kein Grund zur Panik. Bei km 34 kommen die zwei Stunden vor uns gestarteten Jedermänner (127 km) mit auf die Strecke und die Autos mit dem Schild Schlußwagen halten erst einmal an. Zeit gewonnen, uff. Jetzt geht es erst einmal locker die Abfahrt hinunter. Zeit, sich ein Kohlenhydratgel in den Rachen zu schieben. Denn gleich kommt er: der ekligste Berg auf der Strecke. Über 60 Höhenmeter auf einer Länge von einem halben Kilometer. Da sollten die Oberschenkel nicht vorher schon schmerzen ....
"Hilfe! Kannst Du mich mal halten!!" Neben mir ist gerade einer kurz davor, auf den Ashalt zu knallen. So steil ist es. Meint er mich? Ein Zuschauer hilft ihm. Ein paar andere sind schon abgestiegen. Ich fahre Schlangenlinien, frage - trotzdem - gutgelaunt ein paar Zuschauer am Rand nach einem Bier. "Ein Glas Sekt kannst Du kriegen ...." Schon bin ich vorbei, kurz danach oben angekommen. Gut, wenn man die Strecke kennt. Im letzten Jahr bin ich hier noch auf Radschuhen hochgegangen.
Das ich auf der folgenden Abfahrt - wie beim letzten Jahr - fast aus der engen Rechtskurve fliege ("So eine S.....") geschenkt. Denn jetzt wartet sie, die legendäre Auffahrt zum Schloß Bensberg. Zweihundert Meter Kopfsteinpflaster - dass rüttelt einen ganz gut durch. Links und rechts schreien Rentner. "Los!", "Du schaffst es!", "Nicht absteigen!".
Mit dem Kopfsteinpflaster ist der härteste Teil der Strecke geschafft. Die letzten 25 Kilometer geht es flach zurück nach Köln. Das Wetter ist mit 20 Grad ideal. Ein wenig nieselt es zunächst noch. Gegenwind gibt es kaum. Es läuft ausgesprochen gut, denke ich, während ich das großen Kettenblatt aufgelegt habe. Einen nach dem anderen überhole ich, im Ziel bin ich gut elf Minuten schneller als im Vorjahr. Das Schönste: der Besenwagen ist weit und breit nicht mehr zu sehen.
+ Jedermannrennen + Radsport 2026 + Termine und Links)
+ Jedermannrennen + Radsport 2026 + Termine und Links)
01.05.2026
Eschborn - Frankfurt
(40 / 85 / 97 km)
17.05.2026
Rund um Köln
(30 / 60 / 120 km)
07.06.2026
neussen classics Leipzig
(60 / 100 und 212 km)
16.08.2026
cyclassics Hamburg
(60 / 110 km)
03.10.2026
Münsterland Giro
(65 / 95 / 125 km)
‘Play-Offs’: Unterlegen
-
Mit Millwall FC durch die Saison
Im Rückspiel verliert Millwall zu Hause gegen Hull City mit 0:2.
Individuelle Fehler. Vor allem der eingewechselten Spieler.
Und ein Kapitän, der - nach einer großartigen Saison -
plötzlich einen Blackout hatte.
Play-Off-Matches:
Hull City - Millwall FC 0:0
Millwall FC - Hull City 0:2
FC Middlesbrough - FC Southampton 0:0
FC Southampton - FC Middlesbrough 2:1
EFL Statement: Southampton Football Club (19.05.2026)
Endspiel:
Hull City - FC Middlesbrough 1:0
Schach:
Javohir Sindarov gewinnt
das WM-Kandidatenturnier
Der 20jährige Usbeke Javohir Sindarov ist der neue Herausforderung im Kampf um die WM-Titelkrone. Durch das Remis im 13. Spiel gegen seinen Verfolger Anish Giri machte er - vorzeitig - den Turniersieg perfekt.
Der Titelkampf gegen den amtierenden Weltmeister Gukesh Dommaraju
findet im Herbst 2026 statt. Es ist das jüngste WM-Duell der Geschichte.
Einen respektablen Auftritt legte der 28jährige Deutsche Matthias Blühbaum hin.
Zwölf Remis und - nur zweimal - verloren, bedeutete für ihn am Ende in diesem erlesenen Feld Platz 6.
Australien Open 2026
Elena Rybakina und Carlos Alcaraz holen den Titel
In einem hochklassigen Finale bezwingt Elena Rybakina die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka mit 6:4, 4:6 und 6:4. Es ist ihr zweiter Grand-Slam-Titel nach dem Erfolg in Wimbledon 2022.
Seinen bereits siebten ‘Slam’-Titel holte der erst 22jährige Carlos Alcaraz. Es bezwang den 38jährigen Novak Djokovic in vier Sätzen mit 2:6, 6:2, 6:3 und 7:5.
Und dass, obwohl er zwei Tage zuvor im Halbfinale gegen Alex Zverev (5 Stunden 26 Minuten Spielzeit) vor Krämpfen kaum noch laufen konnte.
Falsches Spiel -
Wettmanipulationen im Tennis
EIn kaum einem anderen Sport ist es so leicht zu manipulieren wie in der Einzelsportart Tennis. Der sogenannte "weiße Sport" kämpft seit mehr als zehn Jahren mit massiven Vorwürfen: Betrug, Manipulation, Vertuschung. Wettsyndikate, vor allem aus Russland, Südamerika und Italien, sind auf der Suche nach Tennisspielern, die für Geld Spiele manipulieren. Experten schätzen den weltweiten Umsatz bei Tennis-Wetten auf fünf Milliarden Euro.
Im vergangenen Jahr haben die internationalen Tennisverbände 292 verdächtige Matches gemeldet. So viele wie nie zuvor. Mittlerweile kommen 80 Prozent aller verdächtigen Sportereignisse in Bezug zu Wettmanipulation aus dem Tennis. Seit Jahren stehen die internationalen Tennisverbände in der Kritik, zu wenig gegen die Manipulation zu unternehmen.
Vor allem Tennisturniere der zweiten bzw. dritten Kategorie, sogenannte Challenger- und Future-Turniere, sind für Betrug anfällig, weil hier das Schmiergeld höher sein kann als die geringen Preisgelder. "Die Wettbetrüger sind keine dummen Menschen, ganz im Gegenteil die wissen genau wen sie ansprechen müssen, wo die Saat auf fruchtbaren Boden trifft", erklärt Tennisprofi Andrea Petkovic gegenüber Sport inside. Sport inside trifft Ermittler, spricht mit Tennisprofis und stößt bei den Tennis-Weltverbänden auf eine Mauer des Schweigens. (Text WDR)
Ein Film von Benjamin Best, Fred Kowasch und Tom Mustroph
(29 min, 7.5.2017, ‘sport inside special’, WDR)
"Am Besten, Du machst ab Sonntag Dein Handy aus!" - WAS WHISTLEBLOWER ERLEBEN
“Am Besten Du machst ab Sonntag Dein Handy aus. Für ein paar Tage!" Eine besseren Tipp konnte ich dem Whistleblower im Februar 2009 nicht geben. Denn ich war überfordert. Wer bereitet einen in der Journalistenschule schon auf den Umgang mit Whistleblowern vor?! Wer weiss, ob die Story wirklich 'steil' geht? Ob sie nicht unkommentiert vor sich hin rottet ....
Diese Story allerdings ging steil. Sehr steil sogar. ARD-Sportschau, ZDF-Heute-Nachrichten, WDR-'Sport inside'. Und, und, und. Irgendwann bist Du als Filmemacher (und Produzent) dann schlicht auch überfordert. Wer kann sich dann noch um seinen Informanten kümmern?! Den, der so einen öffentlichen Aufschrei noch nie erlebt hat. Der, der in seinem Kämmerchen vor dem ausgeschalteten Handy sitzt, während im Mail-Acount eine Nachricht nach der anderen eingeht.
Solche Tage bedeuten Stress. Jeder will etwas von Dir. Da muß auf die Presseerklärung des Sportverbandes geantwortet werden. Der Redakteur drängelt. Vorwürfe gegen unseren Informanten stehen im Raum. Wie kontert man die am Besten, wenn nebenbei noch ein weiterer Film zu machen ist? Wie ist es mit einem Anwalt? Wer stellt ihn? Wer muss ihn bezahlen?
TV-Sender nehmen solche Enthüllungen ganz gerne mit. Investigative Geschichten führen zu Anerkennung unter den Kollegen, am Ende winkt vielleicht sogar ein Fernsehpreis. Nur: um einen Anwalt - der ihn rechtlich berät - muss sich der Whistleblower selbst kümmern. Ihn aus der eigenen Tasche bezahlen. Irgendwie geht dass nicht.
Es ist auch nicht zu akzeptieren, dass - nur weil der Whistleblower aufgrund massiven rechtlichen Druckes seine Aussage später ein wenig modifiziert - er (und seine Geschichte) plötzlich regelrecht in Ungnade fallen. Die Redaktion sich einer Folgestory verweigert. Obwohl der Fall bei Staatsanwaltschaft und dem Landeskriminalamt weite Kreise zieht. Sie dort den Wert der Insiderinformationen zu schätzen wissen. Andere Medien weiterhin über den Fall berichten.
Der richtige Umgang mit Whistleblowern. Er steht in keinem Lehrbuch. Denn jeder Fall ist anders. Jedes Motiv, sich zu offenbaren und an die Medien zu wenden, liegt eine andere persönliche Geschichte zu Grunde. Die zu erfahren, den persönlichen Hintergrund exakt zu verifizieren, ist schwierig. Braucht Einfühlungsvermögen, erfordert Zeit. Die Frage nach seinem Motiv 'auszupacken' - als Filmemacher habe ich sie an den Whistleblower wieder und wieder gestellt.
Ein Rest-Risiko bleibt immer. Für den, der die Geschichte macht. Viel mehr noch für den, der sie erzählt. Der manchmal gar nicht ahnt, was für einen medialen Aufschrei ein Einzelner auslösen kann. Und dass die öffentliche Tortur dann erst so richtig losgeht. (Text März 2019)
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Top-Leichtathleten der früheren BRD geben Anabolika-Einnahme zu
“31 ehemalige Top-Leichtathleten der früheren Bundesrepublik haben zugegeben, zum Teil über Jahre anabole Steroide eingenommen zu haben. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Dissertation an der Universität Hamburg hervor, über die die ARD-Sportschau (Das Erste, Samstag, 18.00 – 19.00 Uhr) berichtet. Für die Studie wurden 121 ausgewählte männliche Athleten befragt, die in ihren Disziplinen von den 1960ern bis in die späten 80er Jahre auf einem Top-Ranglistenplatz in Deutschland standen oder die Bundesrepublik bei internationalen Wettbewerben wie Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften oder bei Länderkämpfen vertraten.” (Text WDR)
Quelle: WDR-Presselounge (25.03.2017)
Ein Film von Ralf Meutgens und Fred Kowasch
(10 min, 25.03.2027, ‘Sportschau’, ARD)
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Der Verfassungsschutz und die deutsche Fanszene
"Der deutsche Fußball ist bekannt für seine tolle Stimmung auf den Rängen. Doch auch Bilder von Pyrotechnik, Fangewalt und Polizei bestimmen seit Jahren das öffentliche Erscheinungsbild. Die Polizei hat in den Fankurven mehrerer Bundesländer V-Leute eingesetzt. Dass die Polizei mit nachrichtendienstlichen Methoden Informationen in der Fanszene sammelt, ist teilweise gesetzlich legitimiert.
Neu ist jedoch, dass sich nun auch hauptamtliche Mitarbeiter des Verfassungsschutzes für die deutsche Fußballfanszene interessieren. Dabei zählt dies nicht zu ihren Aufgaben. "sport inside" zeigt einen Film über Verfassungsschützer, die sich - unter Vorspiegelung falscher Tatsachen - das Vertrauen von Ultragruppen erschlichen haben. Die als Fanforscher versuchten, an mehreren Universitäten "anzudocken". Und für die sich nun auch parlamentarische Kontrollgremien des Bundestages interessieren." (Text WDR)
Ein Film von Ralf Meutgens und Fred Kowasch
(12 min, 22.09.2014, ‘sport inside’, WDR)
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Noch immer ungeklärt - Der Fall Mike Polley
Am 3. November 1990 wurde Mike Polley, Fan des FC Berlin, am Rande der Partie Sachsen Leipzig - FC Berlin von einem Polizisten erschossen. Bis heute sind die Begleitumstände des gewaltsamen Todes ungeklärt – "sport inside" über ein trauriges Kapitel deutsch-deutscher Sportgeschichte.
Am 3. November 1990 starb in Leipzig der Berliner Fußballfan Mike Polley – getötet durch eine Polizeikugel. 58 Schüsse peitschten an diesem Samstagnachmittag am S-Bahnhof in Leipzig-Leutzsch durch die Luft. Abgegeben durch neun Polizisten, die sich in Bedrängung wähnten. Sie hinterließen fünf zum Teil Schwerverletzte und einen Toten. Mike Polley, 18 Jahre und Anhänger des FC Berlin. Es war das erste Mal dass in Deutschland ein Mensch am Rande eines Fußballspieles durch eine Polizeikugel starb. Vorausgegangen waren an diesem Nachmittag heftige Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und Polizisten. Mehrere Einsatzwagen hatten die Ordnungshüter im Umfeld des Stadions dabei eingebüßt. Zwei von ihnen brannten.
25 Jahre später erhält "sport inside" als erstes Medium überhaupt Einblick in die Ermittlungsakte. Neun Schnellhefter, verstaubtes Papier, voll mit Dutzenden Zeugenbefragungen, psychiatrischen und psychologischen Einschätzungen, ballistischen Gutachten. Auch den Versuch einer Rekonstruktion des Geschehens hatten die Ermittler damals vorgenommen. Die hunderte Seiten starke Akte vermittelt den Eindruck: Hier wurde umfassend untersucht. Doch stimmt das wirklich? Weshalb Mike Polley erschossen wurde, dafür liefern die Leipziger Ermittlungsakten keine schlüssige Begründung. Ebenso wenig wurde geklärt, wer Mike Polley tatsächlich erschossen hat. Und ob sich die flüchtenden Polizisten wirklich in der von ihnen angegebenen Notlage befanden, als der Einsatzleiter den Befehl zum Schusswaffeneinsatz gab. (Text WDR)
Ein Film von Fred Kowasch
(10 min, 2015, ‘Sport inside, WDR)